1000 Euro für Streikverzicht
Am Dienstag, 18. März, wird ein Gericht im Rahmen eines Eilverfahrens darüber urteilen, ob es rechtens ist, Mitarbeiter mit Sonderzahlungen vertraglich darauf festzulegen, auf ihr Streikrecht zu verzichten.
GT Logistics kauft
Streikrecht ab.
Die in Frankreich am Quai Français in Bassens (Bordeaux) ansässige Logistikfirma „GT Logistics“ hat Mitarbeitern Prämien angeboten, falls sie einen Vertrag unterschreiben, in dem ihr Verzicht auf die Teilnahme an Streiks festgeschrieben wird. So sollen die Beschäftigten am Logistikstandort in Tarnos, am Golf von Biskaya, nahe der spanischen Grenze gelegen, 1000 Euro erhalten, wenn sie auf einen solchen Vertrag eingehen. Sollten sie sich später dennoch an einem Streik beteiligen, so sei der Betrag an die Firma zurück zu zahlen.
Wie der Firmenchef Eric Sarrat dazu erklärte, gehe diese Forderung auf einen Vertrag mit einem CT-Kunden, einem Hersteller von Hubschraubermotoren, zurück, der eine Garantie für eine fortdauernde Leistung fordere. Nach Angaben der Gewerkschaft CFDT hätten schon über 40 Beschäftigte unterschrieben und die Prämie eingestrichen. Dies sei rund die Hälfte der knapp hundert Mitarbeiter. Die übrigen forderten inzwischen eine Auszahlung der 1000 Euro ohne Vertragszwang als Motivationsprämie für alle Beschäftigten.
Anders als Firmenchef Sarrat wertet die CFDT diese Aktion als einen massiven Angriff auf das Streikrecht. Ein solches Vorgehen dürfe nicht Beispiel gebend sein und müsse von den Gerichten verboten werden.
F. Hercher (TRANSNET)
