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Zusammenarbeit in Europa intensivieren

Die Frage, wie sich die Gewerkschaften den Herausforderungen eines liberalisierten Eisenbahnverkehrs in Europa stellen können, war nur eines der Themen beim diesjährigen „Vier-Länder-Treffen“. Einmal im Jahr kommen die Vorsitzenden und Präsidenten der deutschsprachigen Eisenbahnergewerkschaften zum intensiven Erfahrungsaustausch zusammen. Diesmal trafen sich die Vertreter aus Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Deutschland Ende Oktober in Köln.

Wilhelm Haberzettl, Vizepräsident der österreichischen Dienstleistungsgewerkschaft Vida, Norbert Hansen, Vorsitzender der Gewerkschaft TRANSNET, Nico Wennmacher, Präsident des luxemburgischen Landesverbandes, SEV-Vizepräsident Giorgio Tuti, Klaus Dieter Hommel, Vorsitzender der Verkehrsgewerkschaft GDBA, und SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger (von links) führten am Vierländertreffen angeregte Gespräche.                 Foto: Uwe Reitz


Intensiv diskutierten die Teilnehmer des „Vier-Länder-Treffens“ die Möglichkeiten, ihre gemeinsamen Anliegen in die Gremien der Europäischen Union und gegenüber den europäisch zusammengeschlossenen Arbeitgebern noch stärker einbringen können. „Wenn die Grenzen sich 2010 auch für den grenzüberschreitenden Fernverkehr öffnen, darf die Liberalisierung nicht zu Lasten der Eisenbahner gehen“, machte GDBA-Chef Klaus-Dieter Hommel deutlich. Eine Auffassung, die auch Transnet-Chef Norbert Hansen teilte.

Herausgehoben wurde in der Diskussion immer wieder die Bedeutung der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) und wie wichtig die direkte Zusammenarbeit der darin zusammengeschlossenen Gewerkschaften sei. „Diese Zusammenarbeit in der Sache müssen wir noch intensivieren“, forderte der Vizepräsident der österreichischen Dienstleistungsgewerkschaft vida, Wilhelm Haberzettl.

Mit Bedauern stellten die vier deutschsprachigen Eisenbahnergewerkschaften in diesem Zusammenhang fest, dass die „Autonome Lokführergewerkschaft Europas“ (ALE) eine Zusammenarbeit mit der ETF abgelehnt hat. In der ALE haben sich vornehmlich Lokführergewerkschaften aus 15 Ländern Europas zusammengeschlossen.

Nachdem die in der ETF zusammengeschlossenen Gewerkschaften im Rahmen des so genannten Sozialen Dialogs erste Erfolge erzielen konnten – etwa bei den Einsatzbedingungen des fahrenden Personals im grenzüberschreitenden Eisenbahnverkehr oder dem Abkommen über die Europäische Lokführerlizenz – wollte sich auch die ALE an diesem Forum beteiligen. Dann aber lehnte die ALE eine Zusammenarbeit ab, weil man um die Eigenständigkeit fürchtete.

Ungeachtet dessen wurde beim Vier-Länder-Treffen in Köln deutlich, dass die Anstrengungen, die Gewerkschaften unternehmen müssen, um die Interessen ihrer Mitglieder auch in Europa effektiv vertreten zu können, immer größer werden: "Wir alle sollten uns auf eine weitergehende politische Liberalisierung, damit einhergehend veränderte Berufsbilder und eine alternde Gesellschaft einstellen", betonte SEV-Vizepräsident Giorgio Tuti.

Der „DemografischerWandel“ war denn auch ein weiterer Schwerpunkte der Gespräche beim „Vier-Länder-Treffen“ in Köln. „Wie sollen die Gewerkschaften damit umgehen, wenn Menschen in ihrem Arbeitsleben mehrfach die Arbeitsstelle, den Beruf, ja gar das Land wechseln“, fragte Nico Wennmacher, Präsident des luxemburgischen Landesverbandes FNCTTFEL. Eine Frage, mit der sich die Mitglieder des „Vier-Länder-Treffens“ in den nächsten Monaten intensiv beschäftigen wollen. Die Verkehrsgewerkschaft GDBA tut dies bereits seit einiger Zeit sehr intensiv.

SEV-Vizepräsidentin Barbara Spalinger zog als Gastgeberin des nächsten Vier-Länder-Treffens Bilanz: „Angesichts der zunehmenden Liberalisierung des Schienenverkehrs in der EU sind die Gewerkschaften der Eisenbahner in Zukunft noch stärker als heute gefordert auch international intensiv zusammen zu arbeiten“. Beim nächsten Treffen, 2008 in der Schweiz, soll dieser Aspekt einer der Schwerpunkte sein.
Uwe Reitz (Verkehrsgewerkschaft GDBA)

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