Forschungsinitiative "Intelligente Logistik"
In Deutschland ist bis zum Jahr 2015 mit einem Anstieg des Gütertransports um 64 % zu rechnen. Besondere Zuwächse werden beim grenzüberschreitenden Verkehr (+90 %) sowie im Straßengüterfernverkehr (+70 %) liegen. Die Ursachen hierfür sind Globalisierungsprozesse, die EU-Osterweiterung und neue Produktionsverfahren, aus denen sich neue Wirtschaftsverflechtungen ergeben. Vor allem durch den prognostizierten Anstieg des Straßengüterfernverkehrs drohen zunehmende Kapazitätsengpässe, die zu Staus, zu zusätzlichen Umweltbelastungen und zu höherem Ressourcenverbrauch führen.
Der Logistikbranche kommt eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der erwarteten Güterströme zu.
Ein funktionierendes Verkehrssystem und effiziente Transportabläufe sind aber die Basis für das Florieren der drittgrößten Branche in Deutschland, der Logistikbranche. Mit rund 2,6 Mio. Arbeitsplätzen wird ein branchenübergreifender Umsatz von mehr als 150 Milliarden Euro pro Jahr erwirtschaftet, der rund sieben Prozent des Bruttoinlandsprodukts darstellt. Für die Zukunft werden jährliche Wachstumsraten des branchenübergreifenden Umsatzes von bis zu sechs Prozent erwartet. Am Brutto-Umsatzvolumen der Logistikbranche in Europa von rund 585 Milliarden. Euro hielt Deutschland 2004 einen Anteil von 28 Prozent. Diesen Anteil will die deutsche Bundesregierung sichern und auszubauen, um Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze zu erhalten und neue zu schaffen.
Lösungsansätze gesucht
Benötigt werden daher innovative Lösungsansätze für die anstehenden Herausforderungen im Transportbereich, die das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) in den nächsten Jahren verstärkt fördern möchte. Als ersten Schritt startete das Ministerium jetzt die Forschungsinitiative "Intelligente Logistik im Güter- und Wirtschaftsverkehr", für die Fördermittel von bis zu 15 Millionen Euro vorgesehen sind. Gefördert werden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten, die betriebliche und organisatorische Prozessoptimierungen im Logistikbereich mit Auswirkungen auf das Verkehrsgeschehen zum Gegenstand haben.
Die maximal drei Jahre laufenden Forschungsprojekte sollen neben der Verkehrsvermeidung die Verlagerung von Güter- und Dienstleistungsverkehren auf Schiene und Wasserstraße und eine effizientere Fahrzeugauslastung verfolgen.
Transnationale Kooperation mit Österreich
Aufgrund des Engagements des BMWi im Rahmen von ERA-NET TRANSPORT besteht die Möglichkeit der Förderung deutscher Antragsteller im Rahmen von transnationalen Kooperationsvorhaben (weitere Informationen hierzu unter http://www.transport-era.net ). Unter anderem ist in diesem Zusammenhang eine koordinierte Bekanntmachung mit dem österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) vorgesehen.
Nähere Informationen zu den inhaltlichen Schwerpunkten sowie Zielgrößen und den Teilnahmebedingungen sind dem Bundesanzeiger vom 15. September 2006 oder den Internetseiten http://www.bmwi.de und http://www.tuvpt.de zu entnehmen.
