Sicherer Bahnfahren durch einheitliche Signaltechnik
Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, die Zugsteuerung, Zugsicherung und Signalgebung auch im konventionellen transeuropäischen Eisenbahnnetz kompatibler zu machen. Derzeit gibt es in Europa mehr als 20 verschiedene Systeme für die Signalgebungs- und Geschwindigkeitsüberwachung. Das bedeutet, dass die meisten internationalen Züge, sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr, noch am ersten Grenzbahnhof anhalten und ihre Lokomotive wechseln müssen. Nun sollen diese inkompatiblen Systeme nach und nach durch ein einziges so genanntes ERTMS System ersetzt werden. atenta stellt das neue System, seine Funktionsweise und die notwendigen Aufwendungen vor.
Sieben Signalgebungssysteme sind an Bord des Thalys installiert, um ihm die notwendige Bewegungsfreiheit auf Europas Schienen zu gewährleisten.
„Mit dieser Entscheidung werden endlich die notwendigen technischen Voraussetzungen für einen echten europäischen Eisenbahnraum geschaffen“, erklärte Jacques Barrot, Vizepräsident und EU-Verkehrskommissar. Die schnelle Einführung dieses Systems sei wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit der Eisenbahnunternehmen, die Qualität und Sicherheit ihrer Dienstleistungen und untermauere die weltweite Führungsposition, der europäischen Eisenbahnindustrie.
Für Grenzüberquerungen müssen Lokomotiven heute noch mit mehreren Systemen ausgerüstet sein, damit die verschiedenen streckenseitigen Systeme ihre Informationen verarbeiten können. Mehrkosten und eine steigende Fehleranfälligkeit sind die Folge.
Die europaweite Einführung des Europäischen Eisenbahnverkehrsleitsystems ERTMS soll Abhilfe schaffen. Dieses Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Gemeinschaft wurde Anfang der 1990-er Jahre entwickelt und danach mit den Haushaltsmitteln für die transeuropäischen Netze weiter gefördert. Der Einbau dieses Systems in neue Fahrzeuge, die im Hochgeschwindigkeitsnetz eingesetzt werden sollen, ist bereits verbindlich vorgeschrieben. Jetzt gilt dies auch für den konventionellen Eisenbahnverkehr.
Es ist nunmehr Aufgabe der Europäischen Eisenbahnagentur, für die Anpassung der Spezifikationen an den technischen Fortschritt zu sorgen.
Was ist ERTMS, wie funktioniert es, was kostet es und wie soll der Übergang zu diesem neuen System erfolgen? Antworten auf diese Fragen gibt atenta.
