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Ein Näschen für Verbotenes

Erfolgreiche Rauschgiftfahndungen in den Zügen sind nicht selten der Aufmerksamkeit des Zugpersonals und der guten Zusammenarbeit mit den Zollfahndern zu verdanken. Doch häufig fahren auch sehr erfolgreiche vierbeinige Zollfahnder mit nach Norden.

„Mit Kleinkram müssen wir uns hier nicht so oft befassen“, sagt der freundliche Herr mit dem Lederblouson im dänischen IC 3 während draußen gerade Haffkrug vorbei rauscht und er fügt hinzu: „wenn wir auf dieser Strecke von Hamburg nach Kopenhagen fündig werden, dann geht es immer gleich um große Summen.“

Der Herr – nennen wir ihn einfach Max – und sein Kollege – für den wir uns den Namen Otto ausgesucht haben – sind Zivilfahnder des deutschen Zolls. Sie und ihre Kollegen sind auf der Strecke nach Kopenhagen schon fast erfolgsverwöhnt. Das verdanken sie in erster Linie ihrer langjährigen Erfahrung, der guten Zusammenarbeit mit den Eisenbahnern an Bord aber ganz entscheidend dem hervorragenden Näschen von Kuddl. Ja, dieser schwarzhaarige Zollbeschäftigte heißt wirklich so. Er ist dreieinviertel Jahre alt und gehört als Labrador-Jagdhund der schlankeren Version der allgemein bekannten Labradorhunde an. Harte und weiche Drogen sind sein Spezialgebiet.

Erst kürzlich konnten wieder 26 Kilo Heroin im IC 3 sichergestellt werden. Immer wieder sind es Millionenwerte, die auf dieser Strecke entdeckt und „erschnüffelt“ werden. „Man wundert sich“, so Max, „wie weit so mancher Ganove mit der verbotenen Fracht schon auf seinem Weg durch Europa gekommen ist.“ Ziel sei immer Skandinavien. Dort bringe der „Stoff“ das fünf- bis sechsfache von dem, was in Mitteleuropa dafür zu erzielen sei. Kein Wunder also, dass immer wieder der Versuch gestartet wird, die Drogen im Handgepäck per Eisenbahn über die vermeintlich weggefallenen Grenzlinien zu transportieren.

Seit Öffnung der europäischen Binnengrenzen hat sich die Arbeit von Zoll und deutschem Bundesgrenzschutz der neuen Situation angepasst, wurden die Fahndungsmethoden verfeinert und weiter ins Landesinnere verlagert. Der Erfolg gibt diesem System Recht.

Im IC 3 von Hamburg nach Kopenhagen gehen Max und Otto  in Zivilkleidung zunächst allein durch den Zug, informieren sich und schauen, wem welche Gepäckstücke zuzuordnen sind. Später dann darf Kuddl mitkommen. Man sieht ihm an, mit welcher Freude er seinem Job nachgeht.

„Diesmal war nichts dabei“, sagt Otto, als sie zurück kommen. Für Kuddl ist es ein Spiel und während Otto den Hund ablenkt, geht Max mit dem Lieblingsspielzeug des Vierbeiners los, um es im Dienstabteil des Zugchefs zu verstecken. Denn der Hund benötigt auf jeden Fall ein Erfolgserlebnis. Wenig später darf dann Kuddl noch einmal suchend durch den Zug und natürlich findet er zielsicher seine entsprechend präparierte Stoffpuppe und präsentiert sie freudig schwanzwedelnd und stolz seinem Herrchen. Dafür gibt es selbstverständlich gleich eine Belohnung und viele liebevolle Streicheleinheiten.
herc (TRANSNET)

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