Stabwechsel in Luxemburg - Guy Greivelding Präsident
Der Kongress des FNCTTFEL-Landesverbandes stand im Zeichen des Abschieds von Nico Wennmacher, dem langjährigen Präsidenten der Eisenbahnergewerkschaft Luxemburgs. Elf Jahre stand er an der Spitze seiner Organisation. Für Kontinuität in der engagierten Arbeit des Landesverbandes steht der neue Präsident, Guy Greivelding, der bislang als Generalsekretär für seine Gewerkschaft tätig war.
Guy Greivelding, Präsident des FNCTTFEL
Landesverbands und neuer Mitherausgeber
von atenta.
Mit überwältigenden Wahlergebnissen – nahezu ohne Gegenstimmen – wurden der zehnte Präsident des Landesverbandes, Guy Greivelding, der neue Generalsekretär, Carlo Thissen und der Zentralsekretär für den Sektor Eisenbahnen, Jean-Claude Thümmel in ihre Ämter gewählt.
Kurz vor den Parlamentswahlen im Herzogtum ließen die Delegierten des Kongresses keinen Zweifel daran aufkommen, dass die Gewerkschaft nicht bereit ist, sich die Errungenschaften der vergangenen Jahre schmälern zu lassen.
In ihren jeweiligen Grußbotschaften gingen Willi Haberzettl (vida Österreich und Präsident der Europäischen Transportarbeiter-Föderation – ETF) und Karel Stesel (Präsident der belgischen CGSP) auf den europaweiten Kampf der Gewerkschaften gegen Liberalisierungsbestrebungen ein. Falls nötig müssten die wirtschaftsliberalen Kräfte zu einem Sozialdialog gezwungen werden, hieß es unter anderem. In ganz Europa seien die Bahnen von der Finanz- und Wirtschaftskrise betroffen. Das wirke sich auch auf die Arbeit der Transportgewerkschaften aus, die nun verhindern müssten, dass unter dem Vorwand der Krise soziale Besitzstände der Beschäftigten abgebaut und Arbeitnehmerrechte missachtet werden. Der Gütertransport auf der Schiene erlebe momentan dramatische Einbrüche von mitunter 70 Prozent.
Elf Jahre stand Nico Wennmacher an der
Spitze seiner Gewerkschaft. atenta dankt
ihm als Gründungsmitglied und Mitheraus-
geber unseres Internetmagazins für seinen
engagierten Einsatz.
In seiner Rede als neugewählter Präsident des Landesverbandes erinnerte Guy Greivelding an die Verdienste seines Vorgängers, Nico Wennmacher, der von den Delegierten zum Ehrenpräsidenten der FNCTTFEL ernannt wurde. Für seine langjährige Gewerkschaftsarbeit in verschiedenen Funktionen und sein großes Engagement für den FNCTTFEL-Landesverband wurde auch Jos Emeringer geehrt.
Guy Greivelding machte deutlich, dass der Landesverband eine kämpferische Gewerkschaft bleiben werde und ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie unter seiner Führung offensiv und mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln gegen Neoliberalismus und Sozialabbau kämpfen werde. Nach wie vor angestrebte Ziele der FNCTTFEL seien die 35-Stunden-Woche, eine Vollbeschäftigung sowie der Frühruhestand mit 55 Jahren für eine Reihe von Berufen wie Busfahrer, Maschinisten, Feuerwehrleute und weitere. Darüber hinaus dürfe es keine Kürzungen der Gehälter im öffentlichen Dienst geben und eine überfällige Gehälterrevision habe – ohne Senkung der Anfangsgehälter – zu erfolgen.
Verkehrspolitisch müsse dringend an der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene gearbeitet werden, sagte Guy Greivelding. Hierzu seien weitere Investitionen im Eisenbahnsektor zwingend notwendig. In diesem Zusammenhang würdigte er die Arbeit von Transportminister Lucien Lux, der bereits viel in diese Richtung unternommen habe. Der neue Präsident plädierte für ein System mit dem die Ermittlung der Kostenwahrheit nach dem Verursacherprinzip bei den verschiedenen Verkehrsträgern möglich sein muss.
Transportminister Lucien Lux hob die Bedeutung des öffentlichen Transports hervor. Er kündigte an, diesen auch weiterhin ausbauen zu wollen. Eine scharfe Absage erteilte er den Bestrebungen des Koalitionspartners CSV, die Anfangsgehälter beim Staat herabzusetzen. Gehälter per Dekret verändern zu wollen, bedeute einen Angriff auf die Tarifautonomie der Verhandlungspartner.
herc (TRANSNET)
