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Trauer um SEV-Präsident Pierre-Alain Gentil

Pierre-Alain Gentil, der Präsident des Schweizerischen Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verbandes (SEV) ist nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Pierre-Alain Gentil war am 24. Mai 2005 vom Kongress seiner Gewerkschaft zum Präsidenten gewählt worden.

Trauer um SEV-Präsident Pierre-Alain Gentil


Aufgrund seiner Karriere bis zum Schweizer Ständerat verfügte Pierre-Alain Gentil über eine große politische Erfahrung und Kompetenz. Diese stellte er in den Dienst des SEV mit dem Ziel, die Interessen des Verkehrspersonals möglichst effektiv zu vertreten. Er erwies sich als ausgezeichneter Kenner der Bundespolitik und der komplexen Bundesverwaltung.

Pierre-Alain Gentil erwarb an der Universität Lausanne das Lizentiat in Philosophie, Geschichte und Französischer Literatur. Er war unter anderem sechs Jahre lang Generalsekretär der „Association pour la défense des intérêts jurassiens“ und während zwei Jahren Verantwortlicher für das regionale Zentrum der Eidgenössischen Volkszählung in den Kantonen Jura, Neuenburg und Genf. Zuletzt war er während zehn Jahren Delsbergs Stadtpräsident.

Ich heiße ‚Gentil’ (franz. nett) und bin es eigentlich auch. Doch wenn nötig, werde ich zur Verteidigung der Mitgliederinteressen einen harten Kurs verfolgen“, sagt der neu gewählte Präsident anlässlich seiner Wahl 2005. Seit dem wurde er dieser Ankündigung auch gerecht. Zuletzt zeigte sich dies im Konflikt um das Industriewerk von SBB Cargo in Bellinzona. Mit seinem trockenen, eher versteckten Humor verstand er es, auch die schwierigsten Probleme zu relativieren und darüber zu philosophieren.

Pierre-Alain Gentil engagierte sich auch im Rahmen der Europäischen Gewerkschaftsbewegung und gab der Vierländerkooperation Deutschland, Österreich, Schweiz und Luxemburg wertvolle Impulse. atenta verliert mit Pierre-Alain Gentil einen seiner Mitherausgeber.

SEV-Vizepräsident Giorgio Tuti (hier bei einer ITF-Demonstration in Berlin) wird bis zur Neuwahl eines Präsidenten die Geschäfte des SEV führen.


Bis zum Gewerkschaftskongress im Mai des kommenden Jahres leitet der bisherige Vizepräsident, Giorgio Tuti, den SEV.
Frank Hercher (TRANSNET)

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