Dividendenzahlung stoppen – Arbeitsplätze sichern
Verkehrsgewerkschaften in Großbritannien appellieren an ihre Regierung, im Hinblick auf Stellenabbau, Streichung von Diensten sowie Kürzungen in den Bereichen Infrastrukturinstandhaltung und Modernisierung im gesamten Bahnsektor einen Aufschub anzuordnen. Die der ITF angeschlossenen Gewerkschaften National Union of Rail, Maritime and Transport Workers (RMT), Transport Salaried Staffs' Association (TSSA) und Associated Society of Locomotive Engineers and Firemen (ASLEF) forderten in einem gemeinsamen Schreiben an den britischen Verkehrsminister Geoff Hoon die Regierung dazu auf, ihre Finanzkontrollmechanismen zur Aussetzung von künftigen Streichungen bei den Bahnen zu nutzen. Die Gewerkschaften, die insgesamt 100.000 Bahnbeschäftigte, einschließlich Personal beim Infrastrukturbetreiber Network Rail, vertreten, möchten zudem eine Sperre der Dividendenausschüttung erreichen, damit Gewinne statt an Aktionäre und Manager in die Erhaltung von Arbeitsplätzen und Diensten fließen können.
"Der Bahnsektor in Großbritannien stellt eine Kernindustrie dar, die im Hinblick auf die Umwelt und die nationale Wirtschaft zu wertvoll ist, um durch egoistische, kurzsichtige Interessen zerstört zu werden," sagte RMT-Generalsekretär Bob Crow. "Die Regierung sicherte zu, die Rezession durch Investitionen in öffentliche Projekte bekämpfen zu wollen; diese dürfen nicht dazu hergenommen werden, um Stellenabbau in einem Hauptwirtschaftsbereich, dessen Finanzen sie kontrolliert, zu subventionieren."
Der TSSA-Vorsitzende Gerry Doherty stellte fest: "In Zeiten der Hochkonjunktur wurde den Fahrgästen das Geld aus der Tasche gezogen, was zu Rekordgewinnen bei den einzelnen Bahnunternehmen führte. Nun wird von Bahnkunden und -beschäftigten verlangt, für die Pleite aufzukommen und schlechtere Dienste und Stellenabbau in Kauf zu nehmen."
"Durch die Pläne von Network Rail im Hinblick auf großangelegte Kürzungen in den Bereichen Gleiserneuerung und Instandhaltung wird die Sicherheit des Schienenverkehrsnetzes und somit der Fahrgäste aufs Spiel gesetzt," fügte ASLEF-Generalsekretär Keith Norman hinzu.
"Diese Vorgehensweise ist mit Erpressung gleichzusetzen; jedoch hat es die Regierung in der Hand dem ein Ende zu setzen, und das sollte sie auch möglichst umgehend tun."
