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Parlament zur Vogelgrippe: Panik vermeiden

Das Europäische Parlament hat eine Entschließung zur Abwehr einer Vogelgrippe-Pandemie angenommen. Da sich ein Grippevirus innerhalb weniger Tage von Kontinent zu Kontinent ausbreiten könne, verlangt das Parlament die Aufstellung von Notfallplänen für den Fall einer Infizierung von Menschen. Auch der Ankauf von Impfstoffen sowie die rechtzeitige Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen in ausreichender Menge sind nach Ansicht des Parlaments von entscheidender Bedeutung. Zugleich wurde vor einer Panik gewarnt.

Durch die Zugvögel wird das Grippevirus weltweit verteilt.

Die Notfallpläne müssen nach Ansicht des Parlaments auf Folgendes abzielen:

- die erforderliche Koordinierung zwischen den Mitgliedstaaten sicherzustellen,
- die nötige Konsultation und den nötigen Informationsaustausch mit Nicht-EU-Mitgliedstaaten zu gewährleisten
- eine Panik in der breiten Bevölkerung zu verhindern,
- jeglichen illegalen Handel zu bekämpfen, der entstehen kann, falls tatsächlich ein erhebliches Risiko auftritt,
- die Gebiete festzulegen, die vorrangig isoliert werden müssen,
- die Bevölkerungsgruppen zu ermitteln, die vorrangig geimpft werden müssen,
- eine gerechte und allumfassende Verteilung von antiepidemischen Produkten sicherzustellen.
- eine wirksame Kommunikations- und Informationsstrategie gegenüber der Öffentlichkeit sicherzustellen.

Die Mitgliedstaaten werden eindringlich aufgefordert, Grippe-Bereitschaftspläne anzunehmen und der Kommission zu übermitteln, die unter anderem den vorsorglichen Ankauf von Impfstoffen einschließen. Vor dem möglichen Ausbruch einer Pandemie müssen die Mitgliedstaaten darüber hinaus die Grippe-Durchimpfungsrate erhöhen. Die potenzielle Gefahr einer Re-Kombination des Vogelgrippevirus mit dem saisonalen Grippevirus ließe sich verringern, wenn alle Personen, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass sie dem Vogelgrippevirus ausgesetzt sind, gegen die saisonale Grippe immunisiert sind.

In Anbetracht des Risikos einer Virusmutation ist es von größter Bedeutung, diejenigen zu schützen, die in direkten Kontakt mit den betroffenen Tieren gelangen. Das Parlament verlangt aus diesem Grund vorrangig die Arbeitnehmer zu impfen, die im Geflügelsektor tätig sind bzw. damit in Kontakt kommen.

Im Falle des Ausbruchs einer Grippepandemie ist nach Ansicht des Parlaments "eine rasche und faire Umverteilung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten" notwendig. Der Rat wird aufgefordert, eine Ausbreitung der Grippe von Land zu Land durch Verhängung internationaler Reisebeschränkungen zu verhindern und Pläne für Gesundheitskontrollen auf Häfen und Flughäfen einzuführen.

Da die wichtigste Infektionsquelle noch immer in den Ländern Südostasiens liegt, sollen Mittel bereitgestellt werden, um die südasiatischen Länder sowohl durch Know-how als auch finanziell bei der Bekämpfung der Krankheit zu unterstützen. Auch wissenschaftlich und technisch soll mit den südasiatischen Ländern zusammengearbeitet werden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und das Risiko seiner Mutation zu verringern.

Das Parlament weist ebenso darauf hin, dass Entwicklung und Herstellung neuer Impfstoffe schwierig und teuer ist und mindestens sechs Monate dauern könnte, nachdem das Virus isoliert und untersucht wurde. Für eine effiziente Bereitschaftsplanung sei die rechtzeitige Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen und antiviralen Medikamenten unerlässlich. In diesem Zusammenhang fordert das Parlament die Kommission auf, mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um die notwendigen Schritte zur umgehenden Herstellung neuer Impfstoffe zu unternehmen.

Schließlich wird die Kommission aufgefordert, zu prüfen, inwiefern der Solidaritätsfonds der EU genutzt werden kann, um vorsorgliche Maßnahmen zur Vorbereitung auf eine Pandemie zu treffen, die die Herstellung neuer Impfstoffe und die Entwicklung neuer Testmethoden einschließen.
herc (TRANSNET)

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