Jugendliche vor Handy-Missbrauch schützen
Die EU-Kommission will Kinder und Jugendliche vor den möglichen Gefahren durch Handys bewahren. Das betrifft vor allem den Jugendschutz, aber auch die hohen Telefonrechnungen für junge Nutzer. Unternehmen, Jugendschutzverbände und weitere öffentliche Stellen sollen nun in einem Konsultationsverfahren Ideen und Vorschläge einbringen, diese Gefahren zu minimieren.
EU-Kommissarin Vivian Reding sieht den Jugendschutz beim Mobilfunk als eine gemeinsame Aufgabe für alle Beteiligten.
Oft fragt man sich: „was haben die jungen Menschen früher in ihrer freien Zeit getan“, wenn man sie verträumt oder wild gestikulierend mit ihren Handys auf Straßen und Plätzen, in Bussen oder in Straßencafes sieht. Absonderlich tönt so manche Anrufmelodie und so richtig „cool“ ist man eigentlich nur, wenn man das trendigste Modell in Händen hält.
Längst ist das Telefon zum verbalen Informationsaustausch zur Nebensache geworden. Texte per SMS, Fotos und Videosequenzen per MMS werden „just for fun“ um den halben Globus gejagt. Ohne Handy geht bei jungen Leuten gar nichts mehr. Doch all dieser „Kommunikations-Schnick-Schnack“ geht auch mächtig ins Geld. Nicht selten verschulden sich Jugendliche ob dieser verführerischen Spielzeuge. Und die Anbieter reiben sich die Hände, angesichts der munter sprudelnden Gewinne. Immer raffinierter legen sie – zumeist erfolgreich – neue Leimruten aus. Dabei auf den Jugendschutz zu achten, wäre für die vielen dubiosen Anrufdienste, mit ihren nicht jugendfreien Angeboten, fürs Geldverdienen überaus hinderlich.
Die Europäische Kommission hat die Gefahren erkannt, die von den wenig transparenten Offerten der Anbieter ausgehen. Sie hat nun zu einer öffentlichen Debatte über geeignete Maßnahmen aufgerufen und eine Konsultation aller Beteiligten gestartet.
70 Prozent der jungen Europäer zwischen zwölf und 13 Jahren besitzen ein Mobiltelefon. „Der Jugendschutz beim Mobilfunk ist eine gemeinsame Aufgabe für alle Beteiligten: Unternehmen, Jugendschutzverbände und öffentliche Stellen“, sagte EU-Kommissarin Viviane Reding, zuständig für Medien und Informationsgesellschaft anlässlich des Starts der Befragung.
Ziel der Konsultation, die bis zum 16. Oktober 2006 dauert, ist eine Selbstregulierung der Mobil-Kommunikationsbranche.
Frank Hercher (TRANSNET)
