Beitrag von TRANSNET    Startseite Impressum Kontakt Seite drucken

DB AG: Europäischer Betriebsrat konstituiert sich

Bei der Deutschen Bahn hat sich ein Europäischer Betriebsrat gebildet. Die konstituierende Sitzung des zunächst 23-köpfigen Gremiums fand in Potsdam statt.

Vorsitzender des EBR ist der Chef des Konzernbetriebsrates der DB, Günter Kirchheim. Ihm zur Seite stehen als Stellvertreter Klaus Vögele, stellvertretender Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Schenker AG und Kenneth Andersson, Mitglied des Schenker-Betriebsrates in Schweden.

Unser Foto zeigt nach der Konstituierung
von links: Kenneth Andersson, Günter
Kirchheim und Klaus Vögele.


An der konstituierenden Sitzung nahmen neben deutschen Interessenvertretern Beschäftigte des DB-Konzerns aus Belgien, Dänemark, Frankreich, Finnland, Großbritannien, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden und Estland teil.In diesen Ländern ist die Deutsche Bahn mit Niederlassungen oder Beteiligungen vertreten. Insgesamt arbeiten im DB-Konzern rund 30.000 Beschäftigte im Ausland, davon gut 23.000 in der EU bzw. anderen europäischen Ländern.

Hauptaufgabe des Europäischen Betriebsrates wird es sein, die strategischen Entwicklungen des Bahn-Konzerns auf europäischer Ebene kritisch zu begleiten. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem, Lohndumping zu bekämpfen und unfairen Wettbewerb zwischen den beteiligten Konzernunternehmen zu verhindern. „Mit dem Europäischen Betriebsrat wird es den Arbeitnehmern erstmals möglich sein, die DB AG auf dem Weg zu einem konkurrenzfähigen europäischen Wirtschaftsunternehmen zu begleiten“, so Lothar Krauß, stellvertretender Vorsitzender der TRANSNET. Dabei könnten sie auch „die große soziale Kluft zwischen den Staaten erkennen und möglichen negativen Entwicklungen entgegen wirken.“

Anders als Betriebsratsgremien in Deutschland hat der Europäische Betriebsrat vor allem Informations- und Anhörungsrechte. Eine echte Mitbestimmung über Entscheidungen der Arbeitgeberseite ist gesetzlich nicht vorgesehen. Eine enge Zusammenarbeit mit den jeweils nationalen betrieblichen Interessenvertretern ermöglicht aber entscheidende Mitwirkung in den unterschiedlichen Unternehmensprozessen.

Lothar Krauß kündigte in Kürze Verhandlungen mit der Deutschen Bahn darüber an, welche Rechte dem Europäischen Betriebsrat über das Gesetz hinaus eingeräumt werden können. Als vordringlich sieht Krauß die Verzahnung der nationalen Interessenvertretungen untereinander an.
herc (TRANSNET)

Anfang der Seite