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Gleiches Entgelt - Darstellung bewährter Praktiken

Die Beseitigung von Lohn- und Gehaltsunterschieden gehört zu den Schwerpunktbereichen des „Fahrplans für Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern 2006 bis 2010“, der an die „Rahmenstrategie für Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern 2001 bis 2005“ anschließt. Entgeltgleichheit kann sich nur einstellen, wenn die Maßnahmen auf allen Ebenen greifen: Alle Beteiligten müssen sich engagieren und alle Faktoren prüfen, die der Lohnschere zu Grunde liegen. Hierzu hat die Europäische Union eine neue Broschüre heraus gegeben, die eindrucksvoll neue und bewährte Wege zu diesem Ziel aufzeigt.

Eine interessante Broschüre der Europäischen Kommission


Der Grundsatz gleichen Entgelts für gleichwertige Arbeit ist ein Grundprinzip der Europäischen Union. Er wurde mit Unterzeichnung des Vertrags von Rom 1957 eingeführt und ist die erste rechtliche Bestimmung der Gemeinschaft zur Chancengleichheit von Frauen und Männern. Eine Richtlinie von 1975 ergänzt den Rechtsrahmen, der jede Diskriminierung aufgrund des Geschlechts für eine gleiche oder gleichwertige Arbeit bei jeglichen Entgeltaspekten verbietet.

In der Praxis offenbaren die Statistiken jedoch Lohn- und Gehaltsunterschiede zwischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern von durchschnittlich 15 Prozent. Eine solche Lohnschere geht weit über den Rechtsrahmen hinaus. Sie hat ihre Ursachen insbesondere in den erheblichen Abweichungen der Beschäftigungsmerkmale von Frauen und Männern, zum Beispiel in den Unterschieden der Tätigkeitssektoren und der ausgeübten Berufe, der gewählten Bildungsgänge sowie der Arbeitsmodalitäten, etwa beim Ausweichen auf Teilzeitarbeit.

Mehr Hindernisse und Widerstände für Frauen

Die Entgeltunterschiede spiegeln die Ungleichbehandlungen wider, die gesellschaftliche Traditionen und Normen Frauen bei ihrer Entscheidung für einen Bildungs- und Berufsweg und ihrer Erwerbsbeteiligung sowie bei der Bewertung von Frauenarbeit auferlegen. Es gibt noch immer „weibliche" Sektoren und Berufe - und die sind im Allgemeinen schlechter bezahlt als „Männerberufe". Frauen sind nach wie vor in Entscheidungspositionen zahlenmäßig schwächer vertreten und haben in ihrer Laufbahn mehr Hindernisse und Widerstände zu überwinden. Die Schwierigkeiten, Berufs- und Familienleben zu vereinbaren, lasten weiterhin überproportional auf Frauen, was sie verstärkt in weniger angesehene und geringer bezahlte Berufswege treibt.

Die Beseitigung von Lohn- und Gehaltsunterschieden gehört zu den Schwerpunktbereichen des „Fahrplans für Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern 2006 bis 2010“, der an die „Rahmenstrategie für Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern 2001 bis 2005“ anschließt. Entgeltgleichheit kann sich nur einstellen, wenn die Maßnahmen auf allen Ebenen greifen: Alle Beteiligten müssen sich engagieren und alle Faktoren prüfen, die der Lohnschere zu Grunde liegen.

Zur Unterstützung dieser Bemühung hat die Europäische Kommission durch das Fünfte Rahmenprogramm der Gemeinschaft auf dem Gebiet der „Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern 2001 bis 2006“ den Austausch von Informationen und bewährten Praktiken im Bereich der Entgeltgleichheit zwischen Frauen und Männern durch Kofinanzierung grenzüberschreitender Projekte unterstützt. Diese wurden von den Mitgliedstaaten, lokalen Gebietskörperschaften, NRO, Sozialpartnern und anderen betroffenen Beteiligten durchgeführt.

Eine Vielfalt von Ansätzen

Die überaus interessanten und anschaulich dargestellten Projekte richteten sich auf verschiedene Aspekte in Verbindung mit der Thematik Entgeltgleichheit: Manche behandelten die Rolle der Sozialpartner oder der Tarifverträge, andere konzentrierten sich auf einen Tätigkeitssektor oder eine bestimmte Kompetenzebene, und wiederum andere widmeten sich der Bekämpfung von Stereotypen und der Sensibilisierung der Beteiligten. Die Vielfalt der gewählten Ansätze unterstreicht die Komplexität des Phänomens, wie von allen Projektträgem betont wird.

Die Projekte erbrachten verschiedene Ergebnisse: Publikationen, Studien, Leitfäden bewährter Praktiken, Schulungsmodule, Leitlinien oder Sensibilisierungs- und Kommunikationskampagnen (Websites, Konferenzen). Die sehr anschaulich gestaltete Publikation umfasst die Profile der 26 Projekte, die im Rahmen von Aufforderungen zur Einreichung von Projektvorschlägen zum Thema Entgeltgleichheit kofinanziert wurden. Jedes Profil erläutert in knapper Form die Ziele des Projekts und vermittelt einen Überblick über die gewählte Methodik und die erzielten Ergebnisse. Angaben zum Projektträger und seinen Partnern werden ebenso erwähnt wie gegebenenfalls die Website des Projekts.

Die vorliegende Broschüre will zur möglichst umfassenden Vermittlung dieser Instrumente an alle Akteure beitragen, die mit der Beseitigung von Entgeltunterschieden zwischen Frauen und Männern befasst sind, und zielt darauf ab, Ideen und Denkanstöße für Handlungsmöglichkeiten zu geben.

F. Hercher (TRANSNET)

EU-Veröffentlichungen sind über den EU Bookshop http://bookshop.europa.eu erhältlich. Die hier vorgestellte Broschüre trägt die ISBN 92-79-02566-X


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