Vierter Projektworkshop des EBR der DB AG
Die Mitglieder des Europäischen Betriebsrats der Deutschen Bahn AG (EBR) trafen sich mit Vertretern der TRANSNET, der Europäischen Akademie für umweltorientierten Verkehr (EVA) und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin zum vierten gemeinsamen Workshop des Projektes „Der Europäische Betriebsrat der Deutschen Bahn AG als Akteur bei der vorausschauenden Bewältigung des Wandels im europäischen Eisenbahnsektor“.
Die Teilnehmer des Workshops in Berlin.
Schwerpunkt des Workshops, der von der Europäischen Gemeinschaft finanziell unterstützt wird, war die Entwicklung des Güterverkehrs in Europa zu vertiefen und über Qualifizierung und Beschäftigung im DB Konzern zu beraten. Dazu sprach zunächst Roman Grig von dem Innovationszentrum für Verkehr und Logistik der TU Berlin über die Verbesserungspotentiale integrierter Zusammenarbeit in globalen Verkehrsnetzen. Das Potential der Hafenhinterlandverkehre ist ein Schwerpunkt der Forschung und Entwicklung.
Folgen der Veränderungen im Transportsektor griff Benedikt Peppinghaus vom Bundesinstitut für Berufsbildung für den Bereich Qualifikationsanforderungen und Berufsprofile auf. Der Sektor erfährt eine zunehmende Professionalisierung, die mit Neuerungen und Systematisierungen die Anforderungen an die Beschäftigten erhöht.
Aus- und Weiterbildung im Zeichen des Wandels
Die Struktur des Aus- und Weiterbildungsangebots bei der Deutschen Bahn wurde durch Marion Hebding und Günter Dümler von der DB Training vermittelt. Die Ausbildung steht auch für die Deutsche Bahn im Zeichen des Wandels und erfordert von den Mitarbeitern ein lebenslanges Lernen. Am Beispiel der Ausbildung von Lokführern in einem Simulationszentrum konnten sich die Teilnehmer ein Bild von der Praxis machen.
Die Veränderungen der Arbeitsbedingungen und Aufgaben wurden während einer Führung durch den Rangierbahnhof Seddin durch Karola Klande, Railion Deutschland AG veranschaulicht. Die EBR Mitglieder konnten die Verfahren und Aufgaben mit den Umschlagzentren im Straßentransport vergleichen, die während der vorangegangenen Workshops besichtigt wurden.
Der zweite Tag des Workshops, stand im Zeichen der Perspektiven für Beschäftigung im zukünftigen Transport- und Logistikmarkt. Norbert Hansen, Vorstandsmitglied Personal der Deutschen Bahn AG stellte zunächst den Hintergrund dar, auf dem die Personalplanung der DB in Europa zu sehen ist. Die Internationalisierung wird mit internem und externem Recruiting von Spezialisten begleitet, mit Qualifizierung und Begleitung des internen Personals und der Entwicklung einer länderübergreifenden Unternehmenskultur. Lebenslanges Lernen spielt in der Personalentwicklung bei der Deutschen Bahn AG eine wichtige Rolle. Den Mitarbeitern muss die Bedeutung ihrer Tätigkeiten in einer vernetzten Struktur vermittelt werden.
Fehlende europäische Personalstrategie auf den Weg bringen
Anschließend diskutierten Norbert Hansen, Vorstand Personal DB AG, Uta Höpfinger, Referentin Personalentwicklung DB Schenker AG, Dr. Christian Kuhn, Vorstand Produktion Ganzzugverkehr / Leiter Railion Montan und Wolfgang Zell, TRANSNET Vorstandsmitglied, Güterverkehr die Beschäftigungsperspektiven und die Aus- und Weiterbildungsprofile im Deutsche Bahn Konzern. Moderiert wurde die Diskussion von Michael Bartl, Leiter der Geschäftsstelle des EBR der DB AG.
Die Diskussionsteilnehmer zum Thema "Aus- und Weiterbildungsprofile im DB Konzern" von links: Wolfgang Zell, Norbert Hansen, Uta Höpfinger und Dr. Christian Kuhn.
Ein erstes Ergebnis war, dass die noch fehlende europäische Personalstrategie auf den Weg gebracht werden muss. Spezieller Bedarf, den die Mitglieder des Europäischen Betriebsrates identifizieren, wie z.B. eine intensivere Sprachausbildung, soll auf formellem Weg beantragt werden. Die Bildung und Durchsetzung einer grenzüberschreitenden Unternehmenskultur wird vom Unternehmen vorangetrieben. Dem demografischen Wandel begegnet die DB mit einer vorausschauenden Qualifizierung. Insgesamt wurde festgestellt, dass die Initiativen der Personalstrategie besser bekannt gemacht werden müssen, besonders außerhalb Deutschlands. Die DB wird ein CSR Programm auflegen, in dem die Grundsätze zusammengefasst werden.
Almut Spittel
