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EU-Strategie: 25 % weniger Arbeitsunfälle bis 2012

Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle sollen im Rahmen einer neuen Fünf-Jahres-Strategie für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, die heute von der Kommission angenommen wurde, EU-weit um ein Viertel reduziert werden. Im Zeitraum 2002-2004 wurde bereits eine 17-prozentige Verringerung der tödlichen Unfälle und ein Rückgang von 20 Prozent bei Unfällen erreicht, die einen Arbeitsausfall von drei oder mehr Tagen zur Folge haben. Doch sind die Fortschritte ungleich über die einzelnen Länder, Wirtschaftszweige, Unternehmen und Arbeitnehmerkategorien verteilt. Veränderungen der Erwerbstätigkeit führen zu neuen Risiken am Arbeitsplatz, während bestimmte berufsbedingte Krankheiten zunehmen.

Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit.


„Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle stellen eine große Belastung sowohl für die Arbeitnehmer als auch für die Arbeitgeber in Europa dar. Jedes Jahr passieren vier Millionen Unfälle am Arbeitsplatz, die für die europäische Wirtschaft enorme Kosten bedeuten. Ein wesentlicher Teil dieser Kosten belastet die sozialen Sicherungssysteme und die öffentliche Hand“, sagte Vladimír Špidla, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Chancengleichheit. „Die Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer ist ein Kernelement der EU-Agenda für Wachstum und Beschäftigung. Durch die Erhöhung von Produktivität und Qualität am Arbeitsplatz werden wir wesentlich zu Europas Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit beitragen.“

Trotz beachtlicher Fortschritte in den letzten fünf Jahren besteht immer noch viel Potenzial für Verbesserungen. Die Kosten für Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle verteilen sich nicht gleichmäßig auf alle Beteiligten. Die Einkommensverluste wegen krankheitsbedingter Abwesenheit vom Arbeitsplatz belaufen sich für die europäischen Arbeitnehmer auf ca. 1 Milliarde EUR im Jahr. Für die Arbeitgeber entstehen Kosten im Zusammenhang mit Krankengeld, Ersatz abwesender Arbeitnehmer und Produktivitätsverlusten – wovon viele nicht durch Versicherungen abgedeckt sind.

Kleine und mittlere Unternehmen sind, mit 82 Prozent aller arbeitsbedingten Verletzungen und 90 Prozent aller tödlichen Unfälle, hierbei besonders betroffen. In Wirtschaftszweigen wie zum Beispiel Baugewerbe, Landwirtschaft, Verkehrs- und Gesundheitswesen besteht ein überdurchschnittlich hohes Risiko von Arbeitsunfällen. Junge Arbeitnehmer, Wanderarbeitnehmer, ältere Arbeitnehmer und Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen sind ungleich stärker betroffen.

Bestimmte Krankheiten nehmen zu: Dazu gehören Erkrankungen des Bewegungsapparates – zum Beispiel Rückenschmerzen, Gelenkprobleme und Verletzungen durch repetitive Beanspruchung – sowie durch psychische Belastung verursachte Krankheiten.

Die neue Strategie für den Zeitraum 2007-2012 hat zum Ziel, die Berufskrankheiten und Arbeitsunfälle EU-weit um insgesamt 25 Prozent zu reduzieren.

Sie umfasst Maßnahmen auf europäischer und nationaler Ebene vor allem in folgenden Bereichen:

* Verbesserung und Vereinfachung des geltenden Rechts und verstärkte Umsetzung in die Praxis durch nicht verbindliche Instrumente wie zum Beispiel Austausch von Good Practice, Sensibilisierungskampagnen und bessere Information und Schulung;
* Festlegung und Verwirklichung von auf den spezifischen Kontext der einzelnen Mitgliedstaaten zugeschnittenen nationalen Strategien; diese Strategien sollten sich auf die am meisten betroffenen Wirtschaftszweige und Unternehmen konzentrieren und nationale Ziele zur Verringerung von Berufskrankheiten und Arbeitsunfällen festsetzen;
* Mainstreaming, das heißt Integration von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz in andere nationale und europäische Politikbereiche (Bildung, öffentliche Gesundheit, Forschung) und Suche nach neuen Synergien;
* bessere Ermittlung und Bewertung potenzieller neuer Risiken durch mehr Forschung, Wissensaustausch und praktische Anwendung der Ergebnisse.
herc (TRANSNET)

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